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Veröffentlicht von Stephan Heibel am 29.04.2025 um 12:25 Uhr

Elon Musk ist mehr als ein Autoverkäufer

Wenn Elon Musk ein „Autoverkäufer“ sein soll, dann war Julius Caesar bloß ein Schwertverkäufer.

Witzig: Ich stelle fest, dass sich meine Gedanken viel stärker um die Frage drehen, ob ich die Kritik der Heibel-Ticker-Mitglieder über eine eventuelle Durststrecke hinweg aushalten kann, als darüber, ob Tesla in fünf Jahren doppelt so viel wert sein wird wie heute. Ich habe Tesla seit 2017 im Heibel-Ticker bereits mehrfach empfohlen, die Aktie dann jedoch nicht im Portfolio behalten, weil die vermeintlichen "Beweise" gegen den Erfolg erdrückend waren. Auch heute wirkt die Stimmung ähnlich: Der Gegenwind ist heftig, doch Musks Vision bleibt größer.

Musk malt ein ambitioniertes Bild der Zukunft: 

  • In Austin, Texas, sollen ab Juni erste Robotaxis fahrerlos und kostenpflichtig unterwegs sein. 
  • Bis Mitte 2026 erwartet er einen exponentiellen Skalierungseffekt. 
  • Parallel dazu soll der humanoide Roboter Optimus ab Ende 2025 Teslas Fabriken unterstützen 
  • und bis 2029 Millionen Menschen im Alltag entlasten. 
  • Auch die Energiesparte läuft auf Hochtouren: Megapack-Batteriespeicher erzielen Rekordgewinne, die Powerwall 3 ist aktuell wegen hoher Nachfrage knapp.

Bewertungstechnisch ist Tesla allerdings alles andere als ein Schnäppchen. Mit einem EV/EBITDA von 48 und einem moderaten Gewinnwachstum im laufenden Jahr erscheint die Aktie teuer. Musk hat bisher seine Zeitpläne selten eingehalten, aber langfristig seine Ziele erreicht. Deshalb holen wir Tesla – trotz aller Kritik und Unsicherheiten – in unser disruptives Portfolio zurück.


Die unterschätzte Größe von Elon Musks Lebenswerk

In der öffentlichen Wahrnehmung steht Elon Musk derzeit stark unter Druck. Kritiker werfen ihm vor, als einfacher Autoverkäufer die tiefergehenden Zusammenhänge rund um Strafzölle zu verkennen. Doch wer Musks Lebenswerk betrachtet, erkennt schnell, dass diese Vorwürfe an der Realität vorbeigehen.

Musk hat verschiedenste Branchen revolutioniert: 

  1. Mit Zip2 digitalisierte er die Gelben Seiten, 
  2. PayPal veränderte den Zahlungsverkehr nachhaltig. 
  3. Tesla leitete die Elektromobilitätsrevolution ein, 
  4. SpaceX brachte nicht nur Raketen ins All, sondern rettete sogar zwei gestrandete NASA-Astronauten. 
  5. Starlink bricht Monopole in der Internetversorgung auf, 
  6. während Twitter/X die alte Medienwelt herausfordert. 
  7. The Boring Company, Hyperloop und Neuralink zeigen weitere Pionierleistungen – 
  8. und mit X.AI sowie der Vision einer Marskolonie denkt Musk längst in planetarischen Dimensionen.

Wer das ignoriert, verkennt nicht nur die Person Musk, sondern auch seine enorme wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung.

Musks politisches Engagement und die Rückkehr zu Tesla

Bei der Veröffentlichung der jüngsten Quartalszahlen zeigte Musk eine interessante Balance zwischen politischem Engagement und Zukunftsvisionen. Seine Mitarbeit bei der DOGE-Behörde zur Eindämmung von Staatsverschwendung war von Anfang an auf 130 Tage befristet und endet im Mai. Danach will er sich wieder stärker auf Tesla konzentrieren, auch wenn er weiterhin gelegentlich beratend tätig sein wird.

Die mediale Interpretation eines "Rückzugs aus der Politik" trifft den Kern nicht – Musk folgt hier einfach der ursprünglichen Planung.

Operative Herausforderungen: Model Y-Umstellung und Produktionsausfälle

Tesla sah sich im ersten Quartal mit erheblichen operativen Herausforderungen konfrontiert. Alle Standorte stellten gleichzeitig die Produktion des Model Y auf eine neue Generation um – ein laut CFO Vaibhav Taneja einzigartiger Kraftakt in der Autobranche. Die Folge waren Produktionsausfälle, sinkende Auslieferungen und ein Ausverkauf der alten Modellgeneration, insbesondere in den USA und China.

Trotz Protesten und eines angeschlagenen Markenimages bleibt die Nachfrage laut Tesla robust.

Zukunftsprojekte: Robotaxi, Optimus und Energiespeicher

Neben der bestehenden Produktpalette stehen bei Tesla neue Projekte an vorderster Front:

  • Robotaxis sollen ab Juni in Austin fahrerlos und kostenpflichtig unterwegs sein.
  • Optimus, der humanoide Roboter, wird ab Ende 2025 in Tausenderstückzahlen Teslas Fabriken unterstützen und könnte langfristig Millionen Menschen im Alltag entlasten.
  • Die Energiesparte wächst kräftig: Megapack-Batteriespeicher erzielen Rekordgewinne und die Nachfrage nach der Powerwall 3 übersteigt aktuell die Produktionskapazitäten.

Regionale Anpassung an neue Handelsbarrieren

Neue Zölle, insbesondere auf chinesische Batteriezellen, treffen die gesamte Branche. Tesla begegnet diesen Risiken mit einer konsequenten Regionalisierungsstrategie:

  • In Nordamerika liegt der Lokalisierungsgrad bereits bei 85 %,
  • in China bei 95 %,
  • in Deutschland (Grünheide) allerdings nur bei 75 %, da die geplante Zellproduktion aus Umweltbedenken heraus in die USA verlegt wurde.

Spezialkomponenten wie seltene Erden und Halbleiter bleiben jedoch Risikofaktoren, da sie sich nicht vollständig regionalisieren lassen.

Quartalszahlen: Enttäuschung, aber keine Katastrophe

Die jüngsten Quartalszahlen waren schwach:

  • Der Gewinn je Aktie lag 37 % unter den Erwartungen,
  • der Umsatz verfehlte die Schätzungen um 9 %.

Das Markenimage hat weltweit gelitten, und die Aktie verlor innerhalb von 18 Monaten über 50 % an Wert.

Dennoch bleibt die Substanz bestehen: Mit der Rückkehr Musks in den Fokus von Tesla dürfte das Unternehmen mittelfristig wieder auf Erfolgskurs zurückfinden.

Fazit: Langfristiges Potenzial trotz kurzfristiger Risiken

Ob Tesla den Boden bereits erreicht hat oder ob die Anti-Musk-Rhetorik den Kurs noch weiter drückt, bleibt offen. Klar ist jedoch:

  • Musk wird wieder täglich Probleme lösen,
  • die Robotaxis in Austin könnten günstiger und zahlreicher starten als erwartet,
  • Optimus könnte mittelfristig zu einem echten Gamechanger werden.

Bewertungstechnisch ist Tesla aktuell teuer, und Analystenerwartungen erscheinen optimistisch. Doch langfristig wird Tesla die angepeilten Entwicklungen liefern – später als angekündigt, aber noch immer schneller als viele Wettbewerber.

Deshalb nehmen wir Tesla in unser disruptives Portfolio auf.

Über die weitere Entwicklung der Tesla-Aktie berichten wir fortlaufend im Heibel-Ticker. Unsere Mitglieder erhalten Updates mit relevanten Informationen zur Tesla Aktie, einer Einschätzung zu Kurszielen und Investmentideen sowie Charts und aktuellen Bewertungen für unser Heibel-Ticker Portfolio. Im Rahmen des Heibel-Ticker PLUS informieren wir unsere Mitglieder direkt per E-Mail und – bei dringenden Ereignissen – zusätzlich per Express-SMS. Ebenso können Mitglieder die Updates auch jederzeit im internen Mitgliederbereich einsehen.

Die Updates enthalten eine faktenbasierte Analyse zur Aktie sowie unsere Erfahrungen mit Tesla. Archivierte Updates sind für FREE Leser drei Monate nach Veröffentlichung verfügbar; PLUS Mitglieder haben tagesaktuellen Zugriff.

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Stephan Heibel

Seit 1998 verfolge ich mit Begeisterung die US- und europäischen Aktienmärkte. Ich schreibe nun wöchentlich für mehr als 25.000 Leser über die Hintergründe des Aktienmarktes und die Ursachen von Kursbewegungen. Meine Leser schätzen meinen neutralen, simplen und unterhaltsamen Stil. Als Privatanleger nutzen sie meine Einschätzungen und Anlageideen, um ihr Portfolio unabhängig zu optimieren.

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